Bevor wir Samarkand erreichen Samarkand erreichten, besuchten wir noch den Memorial Complex des Imam Al Bukhari. Sie gehört zu den bedeutendsten Pilgerstätten der islamischen Welt. Hier befindet sich das Mausoleum des berühmten Hadith-Gelehrten Imam al-Bukhari, dessen Werk bis heute als eine der wichtigsten Sammlungen überlieferter Aussagen des Propheten Mohammed gilt. Die moderne Anlage umfasst neben dem Mausoleum auch eine Moschee, Museen und weitläufige Parkanlagen. Schon bei unserer Ankunft waren wir von der Größe und der gepflegten Gestaltung beeindruckt. Breite Wege, kunstvolle Mosaike und die türkisfarbenen Kuppeln schaffen eine Atmosphäre der Ruhe und Würde. Obwohl täglich Tausende Pilger hierherkommen, wirkte alles erstaunlich entspannt. Für uns besonders praktisch: Direkt am Gelände befindet sich ein großer Parkplatz, auf dem wir problemlos mit unserem Kermit übernachten konnten. Der Platz war ruhig, sicher und bot einen perfekten Ausgangspunkt, um die Anlage sowohl tagsüber als auch am Abend zu erleben. Nach Sonnenuntergang wurde die Anlage beleuchtet und die Kuppeln strahlten in intensiven Farben. Der Vergleich mit dem Tadsch Mahal drängte sich für uns irgendwie auf.
Dann ging es ins Stadtzentrum wo wir einen ruhigen Stellplatz an einem Park fanden. Hier trafen wir einige Reisende, die wir schon an anderen Orten kennengelernt hatten So ein Wiedersehen ist immer sehr schön. Leider entdeckte ich bei der Ölstandskontrolle, daß sich ein Luftschlach zwischen Turbo und Ladeluftkühler wohl altersbedingt verabschiedete. Also war vor einer weiteren Erkundung der Stadt erst einmal Werkstattsuche angesagt. Mercedes ist hier leider nicht vertreten so versuchten wir es bei MAN. Dort wurde uns sofort geholfen: Man begutachtete das Problem, schickte einen Mitarbeiter auf den Teilemarkt (wo auch immer der war) und nach ca. 2 Stunden war das Ersatzteil eingebaut. Nicht ganz zu hochwertig wie das Originalteil – eher „chinesisch“ – einfach, günstig und zweckmäßig. Der Spaß kostete uns ganze 20.-€.
Jetzt konnte es mit unserem sightseeingprogramm weitergehen: Wenn man an Samarkand denkt, erscheint meist sofort ein Bild vor dem inneren Auge: der Registan. Kaum ein anderer Platz entlang der Seidenstraße verkörpert die Pracht Zentralasiens so eindrucksvoll wie dieses weltberühmte Ensemble aus drei monumentalen Medresen. Gemeinsam mit der Bibi-Khanym-Moschee gehört der Registan zu den bedeutendsten Bauwerken der Timuridenzeit und ist Teil des UNESCO-Welterbes von Samarkand. Schon tagsüber ist der Platz überwältigend. Das eigentliche Highlight erwartete uns jedoch am Abend. Als die Sonne langsam unterging, verwandelte sich der Registan in eine riesige Freilichtkulisse. Die historischen Fassaden wurden kunstvoll angestrahlt und die Mosaike begannen förmlich zu leuchten. Die Lichtshow verlieh dem Platz eine völlig neue Dimension. Wo tagsüber Touristen fotografieren, entsteht am Abend eine fast märchenhafte Atmosphäre.
Nur wenige Gehminuten entfernt erhebt sich die Bibi-Khanym-Moschee. Timur ließ sie nach seinen Feldzügen errichten, um die Macht seines Reiches zu demonstrieren. Noch heute vermitteln die riesigen Dimensionen eine Vorstellung davon, wie ehrgeizig dieses Bauprojekt gewesen sein muss. Selbst nach zahlreichen Restaurierungen wirkt die Moschee beeindruckend und gehört zu den Wahrzeichen Samarkands.
Nach den monumentalen Bauwerken Samarkands wollten wir auch das alltägliche Leben der Stadt kennenlernen. Dafür gibt es keinen besseren Ort als den Siab-Basar. Der größte Markt Samarkands liegt direkt zwischen der Bibi-Khanym-Moschee und dem Shah-i-Zinda-Komplex und gehört seit Jahrhunderten zum wirtschaftlichen Herz der Stadt. Schon am Eingang strömten uns die typischen Düfte Zentralasiens entgegen: frisch gebackenes Non-Brot, Gewürze, Trockenfrüchte und süße Leckereien. Zwischen Bergen aus Aprikosen, Rosinen und Nüssen herrschte reges Treiben. Händler priesen ihre Waren an, Familien erledigten ihre Einkäufe, und überall wurde gelacht und gehandelt. Besonders beeindruckt hat uns die große Auswahl an regionalen Produkten, die man hier deutlich günstiger bekommt als in den touristischen Souvenirläden.
Vom Basar aus gelangt man in wenigen Minuten zu „Shah-i-Zinda“. Der Name bedeutet „Der lebende König“ und bezeichnet eine beeindruckende Nekropole mit Mausoleen aus verschiedenen Jahrhunderten. Die Anlage zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und gehört ebenso zum UNESCO-Welterbe von Samarkand. Entlang einer schmalen Treppe reihen sich prachtvoll verzierte Mausoleen aneinander. Jede Fassade scheint noch kunstvoller gestaltet zu sein als die vorherige. Die unterschiedlichsten Blau- und Türkistöne leuchten in der Sonne und machen Shah-i-Zinda zu einem Paradies für Fotografen.
Nach einem Tag Pause ging es weiter mit unserem Sightseeingprogramm im Zentrum der Seidenstrasse: Wir besuchten das beeindruckende Gur-e Amir Mausoleum in Samarkand, die letzte Ruhestätte des berühmten Eroberers Timur (Tamerlan). Schon von Weitem zieht die gewaltige, türkis-blaue Kuppel alle Blicke auf sich. Im Inneren begeistern kunstvolle Mosaike, vergoldete Verzierungen und eine Atmosphäre voller Geschichte. Hier sind neben Timur auch mehrere Angehörige seiner Dynastie begraben, darunter sein Enkel Ulugh Beg, der als bedeutender Astronom bekannt wurde. Das Anfang des 15. Jahrhunderts errichtete Mausoleum gilt als Meisterwerk der timuridischen Architektur und diente später sogar als Vorbild für Bauwerke wie das Taj Mahal in Indien.
Ein Mausoleum des Propheten Daniel war für uns etwas ganz Besonderes: Timur soll im 14. Jhdt. Teile der Gebeine des alttestamentlichen Propheten auf einem Feldzug mit nach Samarkand gebracht haben. Er hoffte, dass die Reliquien seiner Hauptstadt Glück, Wohlstand und göttlichen Schutz bringen würden. Seine Gebeine sollen in eiem 18m langen Sarkophag liegen. Auf dem Gelände entspringt auch eine Quelle, die aufgebrochen sein soll als Daniel hier begraben wurde. Was Legende und was Wahrheit ist bleibt an dieser Stelle offen.
Unsere letzte Station ist das Ulugh-Beg-Observatorium. Es wurde um 1400 vom Enkel Timurs, Ulugh Beg, erbaut. Damals gehörte es zu den bedeutendsten astronomischen Forschungszentren der Welt. Es besaß einen riesigen Sextanten bzw. Meridianbogen, der teilweise in den Boden eingelassen war und außergewöhnlich präzise Messungen ermöglichte. Mit den dort gewonnenen Daten entstand ein äußerst genauer Sternkatalog, der seiner Zeit weit voraus war und später auch in Europa bekannt wurde.
Morgen soll es nach so viel Kultur in unser nächstes Reiseland gehen: Tadschikistan. Dort erwartet uns dann viel Natur, ein einfacheres Leben, schlechte Straßen und viele spannende neue Eindrücke.






