Kirgistan im Süden

Von Chudschand aus erreichen wir den kleinen Grenzübergang nach Kirgistan bei Batken. Die Abfertigung geht so schnell und reibungslos wie bisher noch nie auf dieser Reise. Nach einer guten Stunde sind wir in Kirgistan. Wir befahren einen kleinen Grenzstreifen zwischen Usbekistan und Tadschikistan. Noch vor ein paar Jahren gab es hier heftige Grenzstreitigkeiten. Jetzt wurde der Straßenverlauf so gelegt, daß alle usbekischen Enklaven umfahren werden. Bargeld und zwei verschiedenen SIM-Karten sind recht schnell besorgt nur die Autoversicherung war schwierig. Schlussendlich nehmen wir am Abend einen Feldweg weg von der Hauptstraße um dort zu übernachten. Der Boden sah steinig und fest aus doch beinahe hätte ich mich noch festgefahren – mit beherztem Vollgas zurück auf den Weg – gerade noch einmal gut gegangen. Am nächsten Tag erreichen wir Osh und parken beim Tess-Hotel, einem angesagten Overlander-Treffpunkt. Doch wir stehen dort alleine und schmoren bei über 40°C vor uns hin. Da verzichten wir lieber auf eine Stadtbesichtigung und brechen gleich am nächsten Morgen auf Richtung Berge. Unser erster Stopp ist leider nicht besonders romantisch und noch immer schmoren wir.

Heute geht es auf dem Weg zu unserem ersten großen Ziel, dem Songköl-See nach Kazarman. Früher nahm man dazu den Koldomo-Pass. Der war leider aufgrund eines massiven Erdrutsches nur für PKW befahrbar. Zum Glück war die neue Strecke mit einem 3,5km langen Tunnel gerade vor ein paar Wochen eröffnet worden. Der Tunnel auf 2500m Höhe wurde wie eine Sehenswürdigkeit gefeiert. Am Ausgang konnten wir uns sogar auf einer Gletscherzunge etwas abkühlen bevor es wieder ins heisse Tal nach Kazarman ging. Die Stadt hat nicht viel zu bieten und so suchen wir uns ausserhalb ein Plätzchen am Fluss Naryn. Doch auch hier immernoch über 40°C.

Heute nehmen wir noch einmal eine ganz neue Straße von Kazarman Richtung NW durch einen Canyon, die erst kürzlich eröffnet wurde. In google-maps existiert sie noch gar nicht. Bekannte haben uns von ihr erzählt und nicht zuviel versprochen. Die Straße windet sich durch eine grandiose Bergwelt. Wir können nur staunen. Doch sie ist von starkem Steinschlag bedroht. Immer wieder umfahren wir Felsabgänge. Wo die Straße ganz verschüttet wurde, wird einfach schnell eine Umleitung gebaut. Bei einem Stopp an einem Jurtencamp genießen wir eine Suppe und dürfen zum ersten Mal vergohrene Stutenmilch, eine lokale Spezialität, probieren. Mein Fall ist sie nicht. Wir kommen mit dem Eigentümer und seinen Praktikantinnen ins Gespräch und verbringen so eine lange kurzweilige Pause. Danach geht es auf einen kleinen Hügel bei Aral und wir lassen den Tag voller Staunen über die grandiose Bergwelt um uns herum ausklingen.

Nun geht’s ab von der Hauptstraße in Richtung Songköl-See, der auf einer Hochebene von 3000m liegt. Um uns langsam an die Höhe zu gewöhnen gönnen wir uns einen Zwischenstopp an der Zufahrt auf 2500m. Hier erleben wir ein Gewitter und einen Themperatursturz auf nur noch 13°C. Nach einer so langen Hitzeperiode atmen wir endlich erleichtert auf. Auch hier freuen wir uns an der wunderschönen Bergwelt. Ein rauschender Bach fließt direkt an unserem Stellplatz vorbei.

Morgen geht es dann auf Schotterstrasse über den Kalmak-Pass mit 3452m zum See. Wir sind gespannt wie unser Kermit diese Strecke bewältigen wird.

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