Auf dem Weg zur grössten Stadt am See biegen wir noch einmal in die Berge nach Süden ab. Dort erreichen wir ein Wander- und Erholungsgebiet um die “Seven Bulls”, eine touristische Attraktion. Die markante, rostrote Felswand besteht aus mehreren gewaltigen, nebeneinander stehenden Felstürmen, die mit etwas Fantasie wie sieben liegende bzw. aufgereihte Bullen aussehen. Die Felsen bestehen aus rotem Gestein, das durch Verwitterung und Erosion seine charakteristische Form erhalten hat. Da es am Morgen stark geregnet hatte entwickelte sich die Fahrt zu einer wahren Schlammschlacht. Mittlerweile sind schon mehrere Schichten Dreck am Kermit festgetrocknet. Die Auffahrt zum Aussichtsplateau ist zwar steil aber gut machbar. Dort oben treffen wir zwei Bekannte aus Südtirol wieder, die mit ihrem selbst umgebauten VW-Bus unterwegs sind. Wir warten den nächsten Tag für eine kleine Wanderung ab. Danach geht es dann endgültig wieder mal in eine Stadt: Karakol.
Karakol ist mit rund 80.000 Einwohnern die größte Stadt im Osten Kirgisistans und das Verwaltungszentrum der Region, Karakol liegt am Fuß des Tian-Shan-Gebirges. Die Stadt wirkt auf uns weniger wie ein klassischer Ferienort, sondern eher wie eine quirlige kirgisische Provinzstadt mit russischen und kirgisischen Einflüssen. Wir besuchen das Riverside Guesthouse, das uns von Bekannten empfohlen wurde. Hier können wir im Hof parken, deren schöne Dusche nutzen und sogar mal wieder Wäsche waschen. Renate nutzt diese willkommene Gelegenheit bevor wir zu einem ersten Besuch in die Stadt aufbrechen. Die Stadt ist nicht so groß und wir bewegen uns eigentlich viel zu wenig, so erkunden wir die highlights zu Fuß. Unser erstes Ziel ist die russisch-orthodoxe Kathedrale. Sie wurde Ende erst des 19. Jahrhunderts errichtet und besteht fast vollständig aus Holz, weil die Region erdbebengefährdet ist. Somit erscheint sie uns weniger “schwer” wie andere orthodoxe Kirchen. Weiter geht’s zur Moschee der Dunganen. Sie sind Nachkommen chinesischer Muslime, die im 19. Jahrhundert aus China nach Zentralasien flohen. Das Gebäude hat was von einem chinesischen . Es ist gerade Freitag Nachmittag und die Vorbereitungen für das Freitagsgebet sind in vollem Gange. Trotzdem dürfen wir uns auf dem Areal etwas umschauen. Ich finde, man sieht deutlich den chinesischen Einfluss. Unser letztes Ziel ist der große zentrale Markt. In dem kann man sich wirklich verlaufen. Für uns ein Höhepunkt: die vielen kleinen Garküchen, die fast alle den lokalen Hit “Ashlan Fuh” anbieten. Das ist eine sauer-scharfe kalte Suppe mit verschiedenen Nudelsorten. Sie wird mit einer Art fritiertem Kartoffelpuffer und selbstgemachtem Obstsaft serviert: ein Genuss! Für 1,50€/Person haben wir hier lecker und günstig zu Mittag gegessen. Auf dem Heimweg besuchen wir noch ein Kaffee. Mal wieder ein wirklich guter Cappucino oder ein Flat-white? Hier gibt es alle Varianten.
Nun haben wir genug von der Stadt, es zieht uns zu den heissen Quellen von Ak-Suu. Mehr dazu im nächsten Beitrag.






