In Stefansminda angekommen waren wir unglaublich erleichtert: endlich ind Georgien, wieder in Freiheit, ein Rechtsstaat, keine korrupte Polizei, … . Erst einmal nur Ruhe und ausschlafen. Einen sehr schönen Platz fanden wir neben einem Sulfur-Becken am Bergrand. Hier verbrachten wir drei schöne, entspannende Tage mit ausschlafen, gutem Essen, Frischwasser tanken und einem netten Austausch mit einem kasachischen Pärchen, die uns gleich wieder eine riesige Melone schenkten. Wir besuchten das Kloster Gergeti, eines der bekanntesten Wahrzeichen Georgiens. Es liegt spektakulär auf einem Bergvorsprung hoch über Stefansminda mit Blick auf den Kasbek (5.054 m). Unser Kermit erklomm mühelos die Serpentinen rauf auf den Berg. Der freie, weite Blick über das Tal tat unglaublich gut. Im Dorf genossen wir anschließend wieder einmal zwei georgischen Spezialitäten: Chincali (eine Art Maultasche mit Fleischfüllung und Suppe) und Catchapuri (mit Käse gefülltes heißes dünnes Brot). Überhaupt ist das Essen in Georgien ein Genuss: Sie machen viel mit Käse, frischem Brot, viele Eintöpfe und kräftige Suppen aber auch Gegrilltes. Alles ist immer toll gewürzt und meist sind es viel zu große Portionen.
Im „Truso Tal“ lässt es sich schön wandern. Wir marschieren gute 8km zu den Sinterterassen, die sich dort am Berg gebildet haben. Hier lagert sich kalk- und mineralhaltiges Wasser in einer Art Terassen ab. Leider spielte das Wetter nicht wirklich mit aber etwas Bewegung tat mal wieder gut. Danach ging es runter aus dem hohen Kaukasus in die Ebene, in der die Hauptstadt Tiblissi (Tiflis liegt). Die ein Teil der Straße war mal wieder im Bau so sieht Kermit schon wieder aus wie Sau.
Jetzt wird es höchste Zeit, daß auch Kermit etwas Pflege erhält. In der Mercedes Werkstatt lassen wir alle Flüssigkeiten erneuern (Motoröl mit Filter, Dieselfilter, Differenzialöle, Bremsflüssigkeiten). Wir wollen ja, dass er weiter wie bisher „wie geschmiert“ läuft. Danach kommt endlich mal wieder unsere Schmutzwäsche dran: mit dem Taxi lassen wir uns zu einer Wäscherei fahren. Innerhalb von 2h ist wieder alles frisch und es geht „nach Hause“ durch die chronisch verstopften Straßen der Hauptstadt. Nachdem wir uns um das Wohl des Autos und der Wäsche gekümmert haben suchen wir am Abend das Restaurant „Home kitchen“ auf. Von anderen Reisen wurde dieses uns sehr empfohlen. Von unserem Stellplatz aus waren es nur ein paar Schritte in das kleine Kellerrestaurant, in dem zwei ältere Damen wunderbares georgisches Essen zubereiten. Sie haben nur 4 Tische, von denen man ihnen direkt in der Küche beim Kochen zusehen kann. Es schmeckt herrlich und die Portionen sind riesengroß. Diesen Genuss gönnen wir uns am nächsten Tag (meinem Geburtstag) gleich noch ein zweites Mal.
Nach einem weiteren Tag Pause sind wir wieder bereit für neue Entdeckungen. Wir brechen Richtung Kachetien, dem berühmten Weinanbaugebiet, auf. Zuvor besuchen wir aber noch die „Chronik von Georgien“, eines der eines der ungewöhnlichsten Bauwerke in Tiflis. 16 gewaltige 30m hohe Säulen zeigen auf Kupfer- und Bronzereliefs Szenen aus der Georgischen Geschichte aber auch aus der Bibel. Oben werden Georgische Könige, Königinnen, Helden und bedeutende Persönlichkeiten dargestellt. Unten werden sie mit Szenen aus der christlichen Geschichte, insbesondere aus dem Leben Jesu verbunden. Das Denkmal stammt noch aus der Sovjetzeit. Die Anlage steht spektakulär auf dem Hügel über dem „Tbilisi Sea“, einem großen Stausee.
Jetzt geht es nach Kachetien. Wir werden euch vom Besuch verschiedener Weingüter und der lieblichen Landschaft am Fuß des großen Kaukasus berichten, die wir jetzt genau in der Erntezeit besuchen werden.






