Van See

Wir starten unsere Fahrt zum Van See, dem größten See der Türkei und einem der größten Salzseen der Welt. Er liegt auf etwa 1.640 m.ü.M. Das Wasser ist stark alkalisch und salzhaltig (ähnlich wie Soda) und deshalb wurde das Wasser früher sogar zum Waschen von Kleidung ohne Seife genutzt. Die Wettervorhersage meldete in den letzten Tagen noch Minusgrade, die nun aber hoffentlich vorbei sein sollten – dachten wir. Wir fanden einen tollen Platz auf einer Landzunge. Wie das bei toller Aussicht oft so ist: es ist an solchen exponierten Stellen oft auch sehr windig. In der Nacht ließ der Wind nach und man höhrte den Regen nicht mehr. Als wir am Morgen die Rolladen öffneten glaubten wir unseren Augen kaum: Es hatte geschneit und die Sonne begrüßte uns. Ein wunderbarer Morgen erwartete uns. Als es gegen 11:00 etwas abgetrocknet hatte, wagten wir den Feldweg rauf zur Strasse und fuhren nach Van, der Hauptstadt des Landesteiles. Van ist berühmt für seine Frühstücksrestaurants, in denen man sehr umfangreich den Tag beginnen kann. Das mussten wir am kommenden Tag unbedigt selbst testen. Sehr selbst. Zur Verdauung erklommen wir die Burg von Van und genossen den tollen Ausblick auf die Gegend.

Wir hatten von einem ganz besonders schönen Stellplatz an einem Felsen gehört, den wir als nächstes aufsuchten. Wegen des vielen Regens konnten wir nicht ganz vorne stehen aber auch von unserem Platz aus hatten wir eine grandiose Aussicht auf den See und auf die umliegenden Berge, teils über 4000m hoch!  Wir entschieden uns, hier eine Pause einzulegen und all die Eindrücke etwas sacken zu lassen. Zur Abwechslung erhielten wir dann noch ganz unterschiedlichen Besuch: Am Abend schlich ein Fuchs vorbei, am Nachmittag kam eine Schildkröte, die wohl von der Frühlingssonne aus ihrem Winterschlaf geweckt wurde vorbei. Und immer wieder gab es nette Gespräche mit Ausflüglern, die wie wir die tolle Aussicht genossen.

Jetzt wurde es Zeit, um Richtung Georgien aufzubrechen. Es ging auf sehr gut ausgebauter Straße direkt an der Iranischen Grenze über einen 2500m hohen Pass. Die Straßenränder waren noch von meterhohen Schneewänden gesäumt. Es war für uns schon ein komisches Gefühl, so nah an einem Land vorbei zu fahren, deren Bevölkerung so unglaublich gastfreundlich ist aber gleichzeitig gerade im Krieg mit den USA und Israel steckt. Unser Ziel war der Ishak – Pasha Palast auf einem Berghang nahe der Stadt Doğubayazıt. Er liegt spektakulär, mit Blick auf eine weite Ebene und nicht weit vom Ararat entfernt und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Für das 18. Jahrhundert war der Komplex erstaunlich fortschrittlich: Er verfügt über ein ausgeklügeltes Heizsystem (eine Art frühe Zentralheizung), Wasserversorgung und ein Abwassersystem.

Am Fuße des Ararat entlang (hier soll laut dem biblischen Bericht die Arche Noah nach der Sintflut gestrandet sein) ging es ein weiteres Maul über einen Pass mit 2300m, dann an der armenischen Grenze entlang. Vor vier Jahren haben wir genau diese gegenüberliegenden Gebiete in Armenien besucht und dabei den Ararat von der anderen Seite bestaunen können. Nach einer Pause an einem alten Salzbergwerk erreichten wir Kars. Unser Ziel hier: Das Käsemuseum! Ja, du hast richtig gelesen! Das Käsemuseum in Kars (türkisch: Peynir Müzesi) ist wirklich ziemlich außergewöhnlich – nicht nur für die Türkei, sondern auch international. Es gilt als erstes thematisches Käsemuseum der Türkei und ist eines der wenigen weltweit. Eröffnet wurde es erst 2022 und befindet sich in einer alten Militäranlage (Süvari-Bastion / Kavalleriekaserne) aus dem 18. Jahrhundert. Mehr als 30 verschiedene Käsesorten werden hier präsentiert. Besonders wichtig sind dabei regionale Spezialitäten wie z.B. der Gravyer (ähnlich wie der Gruyère aus der Schweiz).

Unsere letzte Etappe ging dann zum Grenzübergang nach Georgien. In Georgien soll der Diesel noch günstiger sein wie in der Türkei (1,21€ – in der Türkei 1,45€). So waren wir mit fast leerem Tank unterwegs. Was ich nicht einkalkuliert hatte waren die hohen Pässe auf kleinen Strassen, die wir noch zu überwinden hatten. Hoffentlich reicht unser Dieselvorrat! Und glücklicherweise reichte er. Diese kleine Grenze nutzten fast ausschließlich LKWs und so war der Übertritt sehr entspannt. In Achalzike deckten wir uns erst mal mit dem Nötigsten ein: SIM-Karten (unlimited für 7 Tage für 3€), Bargeld (georgische Lari) und eine Flasche georgischen Rotwein.

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