Dushanbe, die Hauptstadt

Nach den ersten wunderbaren Tagen erreichten wir nun die 1,2 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Dushanbe. Und wie so oft ist es wirklich schwierig, in einer so großen Stadt einen guten Stellplatz zu finden. Nach einigem Hin und Her landen wir auf dem Parkplatz der Pferderennbahn. Es ist heiß (ca. 35°C) und laut. Der Parkplatz wird auch für einen Hochzeitssaal genutzt. Es scheint uns als fände hier alle 30 Min. eine neue Hochzeit statt. Eine Mercedes S-Klasse nach der anderen fährt vor. Bei manchen Hochzeiten stehen mehrere Maybachs, S-Klasse und Mercedes-G neben unserem Kermit. Es ist natürlich auch interessant – auf Dauer aber ziemlich anstrengend. Erst gegen 21:00 Uhr kühlt es auf unter 30°C ab. Schlafen ist nur mit Ohrenstopfen und weit geöffneten Fenstern möglich.

Auch Kermit wurde es auf der Fahrt über den Pass nach Dushanbe zu heiss. Ich musste anhalten, um den Motor nicht zu überhitzen. Dies machte uns Sorgen, da wir ja schon in Marokko mit seiner Kühlung Probleme hatten. Mein Verdacht: In Marokko wurde nicht das richtige Kühlmittel ergänzt (G12 – so wie von 4wheel24 angegeben (rot) und nicht das im Kühler befindliche G11 (blau)). Diese beiden vertragen sich nicht wirklich und es kann zu gelartigen Verklumpungen kommen, so hatten wir recherchiert. So suchten wir eine Werkstatt, die die gesamte Kühlflüssigkeit austauschte – inkl. Spühlung der Aggregate. Jetzt ist wirklich sichergestellt, daß das richtige Mittel verwendet wird. Gleichzeitig ließen wir den Kühler auch noch mal von aussen reinigen.

Natürlich nahmen wir uns auch Zeit, etwas sightseeing zu machen. Dies war jedoch nur am frühen Vormittag oder Abend möglich. Taxifahren ist hier unglaublich günstig, ca. 1.-€/Fahrt in der Innenstadt. So ließen wir uns chauffieren. Übrigens: Die Taxis sind alle Elektrofahrzeuge – fast alle made in China. Ein guter Start ist der Rudaki Park. Er ist der schönste Park der Stadt mit vielen Brunnen und Blumenanlagen. Rudaki (ca. 858–941) gilt als der Vater der persischen Literatur. Er war einer der ersten großen Dichter, der in Neupersisch schrieb, und prägte damit die Literatur des gesamten persischsprachigen Kulturraums – also des heutigen Iran, Afghanistans und Tadschikistans. Von hier aus blickt man auf das Ismoil-Somoni-Denkmal, das Wahrzeichen Tadschikistans. Hier ist einfach alles riesig. Findet ihr Renate am Fuße des Denkmals? Hier bsteht auch der einst höchste Fahnenmast der Welt. Auf der anderen Seite des Parks liegt das Unabhängigkeits-Monument mit großzügigem Platz und Aussichtsplattform. Unterwegs kommen wir an der imposanten Nationalbibliothek vorbei. In der Mittagszeit ziehen wir uns dann in das klimatisierte Nationalmuseum zurück – unnötig zu sagen: Es ist riesig!

Eine weitere Runde begannen wir am kommenden Tag im Botanischen Garten. Heute umfasst der Garten rund 40 Hektar und ist damit einer der größten Zentralasiens. Er beherbergt mehrere tausend Pflanzenarten aus Tadschikistan und vielen anderen Teilen der Welt. Besonders beeindruckend sind die mächtigen Platanen, Zedern, Kiefern und die farbenprächtigen Rosengärten. Er ist eine ruhige, schattige und grüne Oase mitten in der Stadt. Ein besonderes Highlight ist der Bereich mit traditionellen tadschikischen Pavillons (Aiwans). Diese kunstvoll geschnitzten Holzpavillons zeigen die Architektur verschiedener Regionen des Landes und vermitteln einen guten Eindruck der traditionellen Baukunst. Renate und ich fanden zudem jeweils Planzen, die in unserem Geburtsjahr gesetzt wurden. Von dort ging es zur Imam Abu Hanifa Central Mosque, eine der größten Moscheen Zentralasiens, eröffnet 2023. Die riesige Kuppel und die kunstvolle Ausstattung beeindrucken auch Nicht-Muslime. Die Kleidervorschriften wurden hier sehr streng ausgelegt. Renate musste so oft nachbessern, daß sie schlussendlich keine Luft mehr hatte, das Bauwerk zu besuchen. Genauso imposannt präsentiert sich der Kokhi Navruz Palast mit reich verzierten Sälen und einem der beeindruckendsten Restaurants Zentralasiens. Schon das Gebäude selbst ist eine Sehenswürdigkeit und wird oft als ein Palast der tadschikischen Handwerkskunst bezeichnet. Am Bau waren über 4.000 Kunsthandwerker aus allen Regionen Tadschikistans beteiligt. Viele der Verzierungen entstanden vollständig in Handarbeit. Heute finden hier Empfänge, Hochzeitsfeiern etc. statt. Zum Abschluss besuchen wir den Mehrgon Bazaar. Er ist der modernste und zugleich wichtigste Lebensmittelmarkt Duschanbes. Er wurde 2014 eröffnet und verbindet traditionelle Marktatmosphäre mit einem sehr gepflegten, modernen Gebäude. Hier gibt’s einen Snack aus der Hand bevor es mit dem Taxi zurück zum Kermit geht.

Nachdem Kermit jetzt für die Berge fit gemacht ist, können wir auf den berühmten Pamir Highway, die M41 starten. Diesen werden wir bis Kalaikhum fahren.

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