Bishkek

Bei den heissen Quellen von Ak-Suu finden wir mehrere unterschiedlich warme, bzw. heisse Pools, die ausserordentlich gut besucht sind. Alles ist recht sauber doch das Wasser ist so heiss, das wir es kaum in den ersten Pool schaffen. Mit etwas Gewöhnung geht es dann. Nach einer Stunde wird man höflich aber bestimmt hinaus komplimentiert. Wir wollen weiter Richtung Norden und so besuchen wir ein zweites Mal den zentralen Markt mit seiner äusserst leckeren Suppe. Weiter geht es jetzt zur Nordseite des Sees. Nach ca. 30km erreichen wir eine neu gebaute 4spurige asphaltierte!!! Strasse. Unseren Nachplatz finden wir an der Zufahrt zum Strand. Am kommenden Tag geht es entlang der Nordseite bis zu einem Petroglyphenfeld bei Cholpon-Ata. Auf dem 42 Hektar großen Feld finden sich viele Steinblöcke mit Zeichnungen aus ganz unterschiedlichen Epochen. Die ältesten sind über 3500 Jahre alt. Oft befinden sich auf einem Stein auch mehrere Zeichnungen aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Durch die intensive Sonneneinstrahlung über Jahrtausende bildete sich auf der Oberfläche eine dunkle braun-schwarze Schicht. Die Zeichnungen wurden mit harten Stein- oder später Metallwerkzeugen in diese Patina eingeschlagen. Dadurch erscheint unter der dunklen Oberfläche der hellere Stein. Nach einem ausführlichen Spaziergang durch das Feld finden wir unseren nächsten Platz – wieder an einer Zufahrt zum See. Heute haben wir sogar die Gelegenheit mit vielen anderen ein erfrischendes Bad zu nehmen. In der Nacht genossen einige Jugendliche mit lauter Musik und lautem Lachen eine wunderbare Sommernacht. Uns raubte sie leider den Schlaf.

Heute verlassen wir fast etwas wehmütig den See. Unser letztes Ziel ist die östlichste Stadt am See: Balykchy. Hier lassen wir endlich den ganzen Dreck von Kermit runterwaschen, tanken etwas und stocken unsere Vorräte in einem sehr modernen “SPAR-Supermarkt” auf. Unser heutiger Übernachtungsplatz liegt in einem schmalen Bergtal. Auf einem Spaziergang staunen wir wiedereinmal über die vielfältige Schöpfung Gottes.

Auf dem Weg nach Rotfront besuchen wir den Burana Turm. Er stammt aus dem 11. Jhdt. Er war das Minarett der mittelalterlichen Stadt Balasagun. Die Stadt lag an einem wichtigen Abschnitt der Seidenstraße und war ein Zentrum von Handel, Handwerk und islamischer Kultur. Ursprünglich war er über 45m hoch. Leider ließ ein Erdbeben die Spitze einstürzen, sodaß er jetzt nur noch halb so groß ist. Unseren Übernachtungsplatz finden wir heute auf einer Pferdefarm von Herrmann, einem Deutschen, der schon lange in der Nähe von Rotfront lebt. Er leitet in Bishkek ein Kinderheim und stellt hier draussen in Bergen auf seiner Farm verschiedene Möglichkeiten für die Kinder zur Freizeitgestaltung zur Verfügung. Der Kontakt entstand durch die Frau eines früheren Kollegen von mir (zu Gospel News Zeiten). Wir erfuhren viel über die “Deutschen” hier in Kirgistan. Natürlich haben wir auch das kleine Museum in Rotfront besichtigt (wird von seinem Bruder Eugen geführt) und auch erfahren, daß es im Dorf eine Baptistengemeinde mit ca. 100 Gottesdienstbesuchern gibt.

Nach unserer Weiterfahrt nach Bishkek dürfen wir auf dem Gelände des Kinderheimes parken. Es liegt am Stadtrand und wir hatten zwei sehr ruhige Nächte. Bishkek ist ja die Landeshauptstadt. Von den 7,4 Millionen Einwohner Kirgistans leben 1,3 Millionen in der Hauptstadt. Sie ist sehr grün, weitläufig und stark von der sowjetischen Stadtplanung geprägt. Mit dem Taxi lassen wir uns ins Zentrum fahren und besuchen als erstes Highlight die russisch-orthodoxe Auferstehungs-Kathedrale. Weiter gehts zu DEM zentralen Platz, dem Ala-Too-Platz. Gleich daneben das Staatliches Historisches Museum, der Oak Park und den Erkindik Boulevard. Danach gönnen wir uns ein Mittagessen im Plovnaya. Wir sehen schon viele vor der Tür auf einen Platz warten. Das ist immer ein gutes Zeichen. Wir reihen uns ein und genießen das beste Essen Kirgistans – für gerade einmal 20.-€ für 2 Personen inkl. Getränke, z.B. einen knusprigen Auberginensalat, eine Nudelsuppe mit Pferdefleisch, ein Nudelgericht mit Pferdefleisch, einen schmackhaften Rindfleischsalat mit Joghurtsauce und eine große Karaffe Kompott (hausgemachter Fruchtsaft). Tee wurde unaufgefordert dazu gereicht. Dann gings in die zweite Runde mit der Oper, ein paar Malls und der beeindruckenden türkischen Moschee. Ein leckerer Eiskaffee rundete den Tag für uns ab. Achja: nette Gespräche mit Praktikannten des Kinderheims aus Deutschland und Canada mit abendlicher Einladung zur Melone.  

Unseren letzten Stopp am 29. Tag in Kirgistan legen wir auf dem Weg zur Grenze an einem kleinen See ein. Die Zufahrt ist eng und bietet einige Löcher. Da sind wir mal wieder froh um eine große Bodenfreiheit und 4-Rad-Antrieb (Sperren brauchen wir keine). Meist sind es die letzten 2-3km, die dann aber auch den Unterschied machen.

Morgen müssen wir dann Kirgistan verlassen, da wir als Europäer “nur” 30 Tage visumsfrei hier unterwegs sein dürfen. Schade, wir wären gerne länger geblieben.

Beitrags-Ende

Teile den Beitrag

Frühere Beiträge zu diesem Thema:

Karakol

Auf dem Weg zur grössten Stadt am See biegen wir noch einmal in die Berge nach Süden ab. Dort erreichen wir ein Wander- und Erholungsgebiet

weiterlesen »

Der Yssykköl

Der See ist der zweitgrößte Hochgebirgssee der Welt (nach dem Titicaca-See) und ca. 11x so groß wie der Bodensee. Er liegt auf ca. 1600m. Sein

weiterlesen »

Der Songköl See

Heute geht es über den Kalmak-Pass mit einer Höhe von 3446 m.ü.M. Unser Kermit schraubt sich auf der Schotterpiste Kilometer für Kilometer in die Höhe.

weiterlesen »

Kirgistan im Süden

Von Chudschand aus erreichen wir den kleinen Grenzübergang nach Kirgistan bei Batken. Die Abfertigung geht so schnell und reibungslos wie bisher noch nie auf dieser

weiterlesen »