Unsere Reise durch Russland

Um in die zentralasiatischen Länder zu kommen gibt es momentan keinen anderen Weg als den ca. 800km langen Transit von Georgien durch Russland nach Kasachstan. Wir waren dafür 5 Tage unterwegs. Nachdem wir 8 Stunden für die Einreise benötigten ging es ohne SIM-Karte und meist ohne GPS-Daten per Karte wie früher in der Jungschar/Pfadfinder nach Wladokavkas zu einem Stellplatz am Fluss. Jetzt war erst mal runterfahren angesagt. Ein spannender und adrenalinreicher langer Tag ging zu Ende. Wir beide schliefen „wie ein Stein“ und so starteten wir gut ausgeschlafen und erfrischt in den neuen Tag. Neben uns hatte sich in der Nacht noch ein Paar mit ihrem Wohnmobil aus China eingefunden. Nach einem sehr netten Austausch schloss sich eine kleine Verbrüderung inkl. Selfis an bevor es dann weiterging.

Der Tag war regnerisch und düster, was ganz gut zu der Atmosphäre der ersten Stadt passte, in der wir übernachtet hatten. Wir legten mühsame 340km zurück. Teilweise hatten die Straßen große Schlaglöcher oder heftige Bodenwellen. In Tschetschenien ging es an Grozny vorbei Richtung Osten bis kurz vor das kaspische Meer. In diesem Gebiet stellten wir einen deutlich aggressiveren Fahrstil fest. Es wurde gedrängelt wo es nur ging. Auch die abendliche Suche nach einem Stellplatz gestaltete sich sehr schwierig. Schlussendlich landeten wir auf dem Parkplatz einer Moschee in der Nähe des Ortes Taromowka – mit farblich zu Kermit perfekt passendem Zaun.

Ganz anders dann der zweite lange Fahrtag: Bei wunderschönem sonnigem Wetter ging es durch die bereits blühende Steppe Kalmückiens. Die Straßen waren gut – wir kamen gut voran. Überall standen PKWs am Straßenrand und die Familien machten Fotos von sich und ihren Kindern in den herrlich bunt blühenden Feldern. Die Krönung dieses Tages war dann ein wunderschöner Stellplatz am Fluss – neben uns ein paar nette Angler – sonst niemand.

Unser nächstes Ziel war Astrachan. Von Christian von „Benny goes overland“ hatten wir von einem Stellplatz direkt an der Promenade an der Wolga gehört. Ohne Navi und GPS fanden wir tatsächlich in der Großstadt diesen Platz direkt am Ufer der Wolga. Berühmt ist die Stadt für Ihren beeindruckenden Kreml und ihren Beluga-Kaviar. Beides haben wir uns angeschaut – der Kaviar war uns dann aber entschieden zu teuer. Dafür fanden wir eine wunderbare Bäckerei mit frischem Brot und leckeren Stückchen. Auf dem Tartaren-Markt erstanden wir geräucherten Fisch und so wurde unser Abendessen auch ohne Kaviar zu einem leckeren Genuss. Leider parkten abends nahezu pausenlos neben uns neue Fahrzeuge, die wohl alle am Wettbewerb „Wer hat die lautesten Boxen?“ teilnahmen. Als es gegen 24:00Uhr ging waren wir völlig entnervt und entschieden uns, doch nicht wie erst geplant dort mehrere Tage zu stehen – schade!

Nun ging es zur Grenze nach Kasachstan. Im von Flussarmen, Seen und Tümpeln durchsetzten Wolga-Delta fanden wir einen letzten wunderschön gelegenen Stellplatz direkt am Ufer. Der viele Regen machte uns etwas nervös aber schlussendlich hatten wir eine gute Nacht. Nach dem volltanken (0,87€/l) und kleinem Einkauf erreichten wir die russische Grenze. Der kasachischen Zoll lief völlig problemlos. Im nächsten Dorf konnte ich wieder mit meiner VISA-Karte Landeswährung beziehen und durch die Hilfe eines sehr netten jungen Kasachen, der uns zum nächsten SIM-Kartengeschäft führte, sind wir nun wieder online mit dem Rest der Welt verbunden.

Beitrags-Ende

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