Am Samstag sind wir zu unserer Reise nach Zentralasien aufgebrochen. Um diese Länder mit unserem Kermit zu erreichen werden wir auf dieser Reise ca. 20.000km zurücklegen. Unser Ziel ist es, anfangs Mai den Kaukasus an der russischen Grenze zu erreichen, da der dann schneefrei sein sollte. Da wir lange Fahrtage nicht besonders mögen und es keinen Spaß macht, in dieser Jahreszeit die Länder Süd-Osteuropas zu bereisen haben wir uns dazu entschieden, den Süden der Türkei möglichst schnell zu erreichen. Dazu haben wir drei Fähren genommen: die erste von Ancona/I nach Patras/GR. Von dort sind es nur ca. 150km mit dem Auto nach Piräus, dem Hafen von Athen. Von dort aus ging es mit einer Nachtfähre nach Chios, einer kleinen Insel vor der türkischen Küste. Die dritte kleine Fähre brachte uns dann in einer halben Stunde auf das türkische Festland. Hier haben wir dann einen knappen Monat Zeit, um Georgien zu erreichen. Wir planen im Süden der Türkei an der syrischen Grenze entlang durch das Kurdengebiet an der Grenze zu Armenien nach Georgien zu reisen.
Unseren ersten Nachtplatz fanden wir in Saronno. Dort besuchen wir die für ihre Kunst berühmte Kirche „Santuario della Beata Vergine dei Miracoli“. Durch ein Marienwunder entwickelte sich daraus bald eine Wallfahrtskirche. Das Innere gilt als „Schatzkammer“ lombardischer Kunst mit Fresken, Skulpturen und der großen berühmten Kuppel mit einem „himmlischen Paradies“-Fresko. „Himmlisch“ ging es beim Besuch einer kleinen Pizzeria weiter, die von einem wirklich leidenschaftlichen Paar geführt wird. Gestärkt an Körper und Geist ging es am kommenden Tag weiter Richtung Ancona. Santarcangelo di Romagna ist kein typischer Touristenort. Beim Spaziergang durch die Altstadt mit Zitadelle konnten wir schön entspannen – in einer Focacceria ließen wir uns mit einem feinen Abendessen verwöhnen. Am kommenden Tag ging es dann auf unsere erste Fähre. Bei ruhiger See legte die Superfast III die Strecke von ca. 800km im Schlaf zurück.
Nächster Stopp war dann ein kleines griechisches Dorf an dessen Hafen wir einen ruhigen Stellplatz für die Nacht fanden. Den nächsten Stopp habe ich in der Hafenstadt Korinth eingeplant. Paulus schrieb ja vermutlich drei Briefe an diese Gemeinde, wovon zwei im neuen Testament enthalten sind. Schon bei der Anfahrt fiel uns auf, daß viele Geschäfte geschlossen waren, keine LKWs unterwegs waren und die Leute erstaunlich gut gekleidet unterwegs waren. Eine kurze Nachfrage bei ChatGPT ergab: Heute haben die Griechen ihren Nationalfeiertag. So konnten wir völlig ungeplant an einer Feier mitten in Korinth teilnehmen. Natürlich besuchten wir auch noch den Kanal von Korinth, der heute aber kaum noch eine Bedeutung hat.
Die nächste Fähre brachte uns auf die kleine griechische Insel Chios. Nach unserer Ankunft morgens um 4:15 mussten wir zuerst einmal etwas Schlaf nachholen, bevor wir das kleine Städtchen bei bestem Frühlingswetter bestaunen konnten. Dazu blieb leider nicht viel Zeit, da wir bereits am Nachmittag mit einer kleinen Fähre bei ruhigem Meer in die Türkei übersetzen konnten. Die Grenzformalitäten dauerten etwas aber dann war es geschafft und wir erreichten einen Stellplatz, den wir schon auf unserer letzten Reise durch die Türkei 2022 genossen haben. Dort wurden wir sehr herzlich von einem benachbarten Wohnmobilfahrer auf Deutsch begrüßt, der viele Jahre in Deutschland gearbeitet hatte. Die Gastfreundschaft der Türken ist wirklich grandios. Leider teilte uns die Polizei am nächsten Morgen mit, daß es nicht mehr erlaubt sei, hier zu übernachten. So zogen wir weiter, ohne Cesme näher besuchen zu können.






