Sanddünen am Erg Chebi

Kurz vor Merzouga treffen wir ein befreundetes Schweizer Ehepaar. Mit Andy habe ich damals in der Kirchgemeinde Chrischona in Frauenfeld die Heizungsanlage erneuert — er zauberte uns eine so clevere Steuerung, dass wir bequem von zu Hause aus Räume reservieren und direkt vorheizen konnten. Inzwischen hat er sich einen beeindruckenden LKW, einen Mercedes 1428, komplett selbst ausgebaut. Unser Wiedersehen fand auf dem Campingplatz in Erfoud statt. Dort checkte kurz nach uns eine ganze Rallytruppe mit alten Citroën 2CV ein. Die „Enten“ waren zwar charmant, doch ihre Besitzer schraubten, flexten und schweißten bis tief in die Nacht. Am nächsten Morgen dann das große Finale: Motorengeheul im Morgengrauen. Wir flüchteten zügig — Richtung Sanddünen, dahin, wo der Lärm höchstens von einem mürrischen Dromedar kommt.

Zwischen zwei Dünen fanden wir einen traumhaften Übernachtungsplatz. Außer ein paar Kameltour-Verkäufern, 4×4-Anbietern, einigen freundlichen Kindern und eben jenen Dromedaren störte uns niemand. Bei einem knisternden Lagerfeuer genossen wir einen herrlichen (und durchaus frischen) Abend im Schein des Mondes, der sich scheinbar extra für uns besonders glamourös zeigte.

Am nächsten Tag starteten wir zur Umrundung des Erg Chebbi – ein imposanter Gürtel aus Sand, nicht allzu weit von der algerischen Grenze entfernt. Unterwegs begegneten wir einem weiteren Paar mit ihrem 4×4-Reisemobil. Für die Nacht wagten wir uns mutig in die Dünen hinein – so weit, bis es wirklich nicht mehr weiterging. Nachdem beide Fahrzeuge im Sand feststeckten, beschlossen wir, dass dies ein freundlicher Hinweis der Natur sei, hier unser Lager aufzuschlagen und es am kommenden Tag erneut zu versuchen. Zum Glück kamen wir ohne Drama wieder heraus, und so stand der Umrundung des Erg Chebbi nichts mehr im Wege. Die Erlebnisse ließen wir bei einem Ruhetag sacken. Renate verwöhnte uns mit einem köstlichen selbstgebackenen Kuchen, und am nächsten Morgen wurde es so kalt, dass wir erstmals die Heizung bemühen mussten. Sie sprang glücklicherweise sofort an — ein kleiner Triumph, der den Tag gleich wärmer machte.

Nach all diesen schönen Momenten trennten sich unsere Wege wieder. Unsere Freunde bogen auf die Piste von Merzouga nach Zagora ab, während wir Richtung Norden aufbrachen — noch einmal in die Berge, bevor dort der Schnee das Sagen hat.

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